Freitag, 20. Januar 2012

Hierarchisch angeordnete Kommentare

Tschaka! Jetzt ist die Kommentarfunktion bei Blogger endlich nicht mehr auf "Bulletin Board"-Ansicht beschränkt, sondern es gibt die Möglichkeit, sie so einzurichten, daß es auch unterschiedliche Kommentarfäden gibt. Habe ich gleich mal entsprechend umgestellt. Damit kann man sich in Zukunft das blöde "@Hastenichgesehen" sparen. Tschaka!

Hallo! Wach!

Der sächselnde Priester (nach einer wahren Begebenheit):

"Aus dem heiligen Evangelium nach Morgoth..."

Sonntag, 15. Januar 2012

Filmische Enttäuschung

Nachdem ich es schon seit drei, vier Jahren vor hatte und die DVD auch schon seit zwei Monaten bei mir rumstand, habe ich jetzt endlich mal "The Exorcist" geguckt. Irgendwann während meiner Diss wurde mir bewußt, daß nicht nur ein Gutteil textlicher Inhalte des Metals aus Horrorfilmen stammt, sondern daß es auch eine ästhetische Verwandtschaft zwischen beidem gibt, die bis hin zur Wirkung auf den Zuhörer/Zuschauer geht. Das habe ich zwar damals nicht weiter vertieft, trotzdem wäre es mal spannend, der Frage nachzugehen, wie der Metal es mit musikalischen Mitteln schafft, eine ähnliche Wirkung hervorzurufen wie die Filme, die mit der Kombination aus Bildern und Tönen es wesentlich einfacher haben müßten, bestimmte Emotionen hervorzurufen.

Haben müßten. Während ich den Film gesehen habe, kam mir spontan ein Dialog aus Monty Pythons Spanish Inquisition-Sketch in den Sinn: "Is that really all it is?" -- "Yes, lord." -- "I see. I suppose we make it worse by shouting a lot." In der ersten halben Stunde -- das ist ein gutes Viertel des Films -- passiert so gut wie gar nichts. Sie ist reine Exposition und dafür viel zu lang geraten, zumal einiges von dort später keine Rolle mehr spielt, ich mich also gefragt habe, was mir diese Szenen eigentlich sagen sollten. Nach 23 Minuten kam immerhin mal ein Ouija-Bord vor, aber wie auch später -- mit Ausnahme des tatsächlichen Exorzismus am Ende des Films -- gibt es hier eine ganz kurze Andeutung, dann geht es im normalen Alltag weiter. Die kurzen Phasen, in denen die Besessenheit dargestellt wird, bestehen vor allem aus schreienden Frauen. Super. Ist wie im Blair Whitch Project: Ohne Ton (unfreiwillig) komisch, aber ganz sicher nicht ängstigend.

Es mag sein, daß der Film Anfang der 70er wirklich kraß war. Sprachlich bestimmt. Keine Ahnung, wie das auf Deutsch ist, auf Englisch ist in den Besessenheitsphasen großzügig geschätzt jedes zweite Wort ein "Four-Letter-Word". Nicht nur das mit "f", sondern gleich mehrere mit "c" und eines mit "s", die allesamt aus derselben subabdominalen Gegend stammen. Wie überhaupt die Besessenheit vor allem was mit Sexualität zu tun haben scheint.

Es ist zwar nicht ganz fair, einen neueren Film gegen einen älteren auszuspielen, nur weil ich ihn früher gesehen habe, trotzdem fand ich "The Ritual" besser als "The Exorcist". Obwohl die Parallelen (bis hin zu den Gründen der Entstehung und dem Aufbau auf einer realen Geschichte) unübersehbar sind, ist beim "Ritual" alles besser: Das Drehbuch, der Schnitt, die Spannung, die Darstellung der Besessenheit, ja, die ganze Story. Der "Exorzist" ist irgendwie komisch "objektiv", das heißt: Er bietet überhaupt keine Identifikationspersonen. Es ist nicht einmal klar, wer eigentlich die Hauptrolle hat. Die besessene Regan? Ihre Mutter? Father Karras? Aber warum heißt der Film dann "The Exorcist"? Der Exorzist ist vielmehr Father Merrin, der nur am Anfang und am Ende des Filmes vorkommt, für mich aber noch am ehesten zur Identifikationsfigur getaugt hätte -- wenn er denn mehr Anteil am Film gehabt hätte. Im wesentlichen ist er nur am Anfang auf seiner Ausgrabungsstätte zu sehen und am Ende beim Exorzismus. Ok, er hält damit tatsächlich den Film als ganzes zusammen, aber auch nur so weit, daß er nicht in Fragmente gesprengt wird.

Aber immerhin weiß ich jetzt, woher Marduk das "Fuck me, Jesus"-Motiv haben und daß der Anfang von Possesseds "The Exorcist" Mike Oldfields "Tubular Bells" ist, m.a.W.: Das einzige einprägsame musikalische Motiv im ganzen Film (also selbst die Musik ist allenfalls durchschnittlich). Warum der Film das Prädikat "besonders wertvoll" bekommen haben soll, ist mir ein Rätsel, genauso warum manch einer der Kommentatoren im Internet meint, wenn nicht dieser, welcher Film sollte dann FSK 18 sein. Ich gehe da eher mit dem in der Wikipedia zitierten Everson:
Man kann nicht bestreiten, dass "The Exorcist" ein Publikum wirklich mitreißt; und trotzdem ist es ein billiger und minderwertiger Film – häufig ungeheuer plump in seiner Unfähigkeit, auch nur glatte Szenenanschlüsse zustandezubringen [...]. Trotz all seines Hokuspokus gelingt es "The Exorcist" nicht, den Teufel fürchterlicher erscheinen zu lassen als die Vampirin in Carl Dreyers "Vampyr" [kenne ich zwar nicht, wird aber mit Sicherheit stimmen]. Es ist wohl ein Symptom für unsere wirre Zeit, daß die Leute in "The Exorcist" gerannt sind, um sich Angst machen zu lassen, weil sie schreien wollten, verschreckt und angeekelt wieder herauskommen, aber irgendwie doch stolz darauf, daß sie es ausgehalten haben.“

Jetzt hoffe ich, daß die Omen-Reihe besser ist. Oder ich gehe doch wieder zu meinen Zombies zurück. Die sind, wenn sie schon nicht bedrohlich wirken, wenigstens lustig.

Familiensonntag. Ein Fragment

Als ich heute in den Dom kam, war ich einen kurzen Moment lang erschreckt, wie leer es war. Ah, ok, dritter Sonntag im Monat, also Latein (im novus ordo, wohlgemerkt :-), da ist öfter mal nicht ganz so voll. In der Statio wurde ich dann von Regens Karlson aufgeklärt, daß "im deutschsprachigen Raum" schon seit langem der 2. Sonntag im Jahreskreis "Familiensonntag" sei (und der Seminar-Spiritual fügte in der Predigt noch hinzu: in keinem der heutigen Meßtexte gehe es auch nur annähernd um Familie; er hat dann doch die Lesungstexte darauf abgeklopft, was sie für das Familienleben zu sagen hätten, durchaus erfolgreich übrigens, schien mir aber trotzdem etwas weit hergeholt). Anlaß für einen zweiten Blick, der mich noch mehr erstaunte: Das Durschnittsalter lag bestimmt deutlich unter 50, eher sogar unter 40. Und so hätten wir auch wie in früheren Zeiten wieder ein Kindermeßbuch (mit den lateinischen Texten und deutschen Übersetzungen), damit wir die Messe in der Sprache der weltweiten Familie der Kirche feiern können (die spätere Überleitung zu den Vermeldung auf Latein ist mir leider, vor allem der Intonation wegen, unreproduzierbar). Ja, so gedeutet kann ich dann auch mit einem "Familiensonntag" leben :-)

Mittwoch, 11. Januar 2012

Google-Doodle für Seligen

Sowas, das heutige Google-Doodle ehrt Niels Stensen. Hätten sie noch seinen Gedenk- (oder wenigstens Todestag) statt seines Geburtstages gewählt, könnte man da ja glatt von Missionierung reden!!!111einself *d&r*

Dienstag, 10. Januar 2012

Inkompetenz

Bei meiner Auseinandersetzung mit dem Finanzamt habe ich mich zuletzt für die Erklärung "Inkompetenz" entschieden. Was ich erst jetzt mitbekommen habe: "Viele" Finanzämter und der Bundesfinanzhof haben die Inkompetenz bereits Ende November/Anfang Dezember selbst eingeräumt und der Politik den Schwarzen Peter zugeschoben. Die Steuergesetze seien für die Finanzämter nicht mehr verständlich/anwendbar. Da ist doch echt was faul im Staate "Bunte Republik".

Montag, 9. Januar 2012

Sitzen zum Gabengebet?

Seit ich regelmäßig in eine Messe gehe, in der man zum Gabengebet fast geschlossen sitzen bleibt, bin ich (wieder mal) auf der Suche nach einer nachvollziehbaren Begründung für diese Angewohnheit. Die einzige Erklärung, die ich dafür jemals bekommen habe, war: Um das nachfolgende Hochgebet hervorzuheben.

Die Begründung halte ich schlicht für Quatsch. Denn die Körperhaltungen in der Liturgie bringen nicht vornehmlich die Wichtigkeit eines liturgischen Elements zum Ausdruck (sonst dürften wir wohl kaum zu den Lesungen sitzen), sondern die körperliche ist Ausdruck einer inneren Haltung. Sitzen, so habe ich mal gelernt, drücke aufmerksames Zuhören aus. Entsprechend verstehe ich nicht, warum ich bei einem Gebet überhaupt aufmerksam zuhören anstatt mitbeten und speziell beim Gabengebet sitzen soll, wenn ich beim Tages- und Schlußgebet stehe.

Kann mir jemand eine sinnvolle liturgische/theologische Begründung nennen?

(Lange dachte ich, es handle sich um unreflektierte Praxis durch das Weglassen der Einleitung "Lasset uns beten", die zumindest für mich immer das Signal zum Aufstehen war [hier wird die Begründung, das hieße doch, daß vorher nicht gebetet worden sei, selbst dann nicht besser, wenn ich sie aus dem Mund des deutschen liturgiewissenschaftlichen Oberfuzzis höre]. Im konkreten Fall wird diese Einleitung aber gesprochen, "die" Leute bleiben trotzdem sitzen.)

Die große Bedrängnis

Freitag, 6. Januar 2012

Μάγοι

Als Kind war für mich die Welt noch einfach. Die heiligen drei Könige waren die heiligen drei Könige, Casper, Melchior und Balthasar mit Namen, einer davon schwarz. Krippenfiguren prägen. Daß im Matthäusevangelium weder ausdrücklich von drei Besuchern an der Krippe noch überhaupt von Königen die Rede ist, hat mich nie gestört. Irgendwann habe ich dann registriert, daß sie in der Einheitsübersetzung als Sterndeuter bezeichnet werden. Ok, hatten die Könige also ein Hobby, das sie auf die Spur von Weihnachten gebracht hat. Wie gesagt, für ein Kind ist die Welt noch einfach.

Im Religionsunterricht habe ich dann gelernt, all das in Frage zu stellen. Steht ja nicht in der Bibel. Zu Königen habe sie erst die Tradition gemacht, die Namen wurden auch einfach mal irgendwann erfunden, und daß ein Schwarzer darunter war, das gebe die Bibel mit ihrer Angabe "aus dem Osten" auch nicht so recht her. Ich kann mich leider nicht daran erinnern, daß dafür irgendwas Positives dagegen gesetzt wurde, also nach dem Niederreißen meines Kinderglaubens etwas Neues aufgebaut wurde. In der Folgezeit wurde mir Weihnachten immer fremder, der 6. Januar hatte nur noch Bedeutung als Ende der Weihnachtszeit (was er ja eigentlich gar nicht ist).

Im Studium erfuhr ich dann dank Griechischkenntnisse, daß die Sache nochmal deutlich komplizierter ist, denn da ist auch nicht einfach von Sterndeutern die Rede, sondern von Magiern. Die Deutungen derselben reich(t)en von Diasporajuden aus Babylon bis Zarathustrapriester. Bei ersteren besteht die berechtigte Frage, warum Diasporajuden a) sich mit Astrologie abgeben und b) nicht gleich auf die Idee kamen, nach Bethlehem zu ziehen (diese Frage wurde aber durch die Problemstellung schwer gemacht: Warum sollten Heiden sich für den Messias interessieren? *Kopf-->Tischkante*). Letztere Deutung hingegen ist auch unter Nichttheologen verbreitet, wird sogar als terminus technicus für eben jene Priester genannt.

Und so war es dann (ausgerechnet :-) ein ziemliches Urgestein der Historisch-Kritischen Exegese in der katholischen Theologie, der mir im Laufe der Zeit wieder einen Zugang zu den heiligen drei Königen und so indirekt auch zu Weihnachten eröffnet hat. Denn die Auslegung lief im wesentlichen darauf hinaus, daß die Magoi als Vertreter der Heiden an die Krippe kommen und Matthäus dadurch deutlich macht, daß Jesus von Anfang an auch der Retter für die Nicht-Juden war und mit ihm die Endzeit angebrochen ist. Ausgerechnet Matthäus, der für Judenchristen schrieb? Ja, gerade der, denn Mt 2 greift die jüdische Tradition der endzeitlichen Völkerwallfahrt zum Zion auf (vgl. v.a. Jes 60), die die christliche Tradition dann weiter ausgebaut hat.

Tjaha, und da schließt sich dann der Kreis -- was aber viel einfacher zu haben gewesen wäre mit einem nicht-destruktiven Religionsunterricht, der statt Bestehendes zu zerstören und eine tabula rasa zu hinterlassen auf dem Bestehenden aufgebaut hätte (was, nebenbei gesagt, eigentlich sowieso pädagogisch-didaktisches Grundlagenwissen ist oder sein sollte). Denn daß da einer der Könige schwarz ist, ist keineswegs willkürlich, sondern bezieht sich genau auf das Motiv der Völkerwallfahrt, wo weniger "von Osten" als von Seba und Saba und von Tarschisch die Rede ist. Seba/Saba, das heißt von Israel aus: aus dem Süden (vermutlich im heutigen Jemen, wobei die Königin von Saba eher aus Äthiopien gestammt haben dürfte; zur Zeit Jesu eher ein mythisches Reicht "irgendwo im Süden"). Tarschisch dürfte vermutlich in Spanien zu suchen sein. Zusammen mit des Matthäus Ortsangabe "von Osten her" ergibt sich also ein König aus dem Osten (Asien), einer aus dem Süden (Afrika) und einer aus dem Westen (Europa) als Repräsentanten der (Heiden-)Völker -- und das steht sogar alles so in der Bibel... Da war also die "kindische" Tradition näher an der historisch-kritischen Exegese als der ach so historisch-kritische Religionsunterricht.

Luxus

Im Lied "Luxus" von Grönemeyer heißt es, der Osten sei ausgezählt. Und obwohl viel an dem Text mittlerweile (wieder?) aktuell ist (und die Frage aufwirft, ob das vielleicht eher eine Generationenfrage als eine der politischen Ausrichtung ist...), ausgezählt ist der Osten ganz sicher nicht, oder wie soll man das heutige Meßangebot im Umkreis von 10 Minuten zu Fuß nennen:

7:00 Waisenhaus
7:30 St. Severi
8:00 St. Lorenz
9:00 St. Martini
11:00 Dom
12:00 St. Ursula
18:00 St. Crucis
18:00 Dom

Ok, es ist ein gebotener Feiertag, das sollte sich auch ein bißchen im Meßangebot wiederspiegeln, allerdings ist heute in Thüringen weder staatlicher Feiertag noch sind das alles nur für Epiphanie angesetzte Gottesdienste -- nur der Vormittagsgottesdienst im Dom ist eine Ausnahme (und daß die dortige Abendmesse ein Pontifikalamt ist). Ansonsten ist das der normale Freitags-Meß-Plan. Und das in der 8%-Diaspora. Wenn das kein Luxus ist!

(Und nein, die Messen sind nicht leer. Ganz im Gegenteil.)

Freitag, 30. Dezember 2011

Time Machine

So, ich bleibe nochmal in den Gefilden gediegener Geekigkeit und komme auf meine heutige Vormittagsbeschäftigung zurück: Uralte DOS-Spiele zocken!

Ok, das ist bei mir eigentlich nichts ungewöhnliches, habe ich doch immer noch meinen anno 99 weitgehend selbst zusammengeschraubten HighTower-PC betriebsbereit rumstehen (und bis vor nem guten Jahr noch regelmäßig dran gearbeitet). Auf diesem Rechner (AMD K6 III-Prozessor, 64 MB RAM, Win 98 SE -- also damals ziemlich TOP :-) liefen naturgemäß die meisten DOS-Spiele meiner (damals gerade erst beendeten) Jugend, aber auch die dann aktuellen, heutigen Klassiker. Aber ganz ehrlich, meine ganzen DOS-Spiele von Anfang der Neunziger sind immer noch meine Favoriten (und selbst die sind eigentlich schon ein Abstieg von den ein paar Jahre älteren Amiga-Spielen meines Bruders wie Test Drive und Barbarian... ähem, aus mir ist übrigens kein Amokläufer geworden und in meiner 12jährigen Führerscheinkarriere bin ich auch nur drei Mal geblitzt worden, hüstel).

Aber ich schweife ab. Letztes Jahr war dann doch mal ein neuer Rechner fällig. So ein HighTower transportiert sich so schlecht, und es ist auch nicht gerade ein Traum, Windows 98 einen USB-Stick oder DSL schmackhaft zu machen. Auf dem neuen Rechner war dann Windows 7 drauf (und irgendwann, ja, ich schwöre es, irgendwann wird da auch mal Linux drauf laufen! Sobald ich mal nichts elendig wichtiges auf dem Rechner habe...). Damit lief dann praktisch gar nichts mehr aus DOS-Zeiten. Adieu, Unnecessary Roughness 95. Adieu, Civilization. Adieu, F15 (strange, abgesehen von Vietnam sind die Szenario-Gebiete immer noch die Kriesenregionen: Libyen, Naher Osten, Iran). Adieu, Winter Games (bei Summer Games war mir schon früher der Zugangscode abhandegekommen...). Adieu, Siedler 1. Adieu, Whacky Wheels und all ihr vielen zusammengesammelten kleinen, aber feinen 5-bis-10-Minutenspiele zur Entspannung zwischendurch...

Gedankt sei jedoch den Geeks, die dasselbe Problem hatten (oder auch, weil sie auf Linux umgestiegen sind :-) und die DOS-Box entwickelt haben. Selbst in den Standardeinstellungen lief bisher jedes getestete Spiel (Überblick der (nicht-)laufenden Spiele). Ok, die FAQ mußte ich konsultieren, um zu raffen, daß ich in der DOS-Box Laufwerke selbst mounten muß und wie das beim CD-ROM-Laufwerk funktioniert, aber das war schon alles. Wer damals[tm] seine DOS-Spiele zum laufen bringen wollte (so ala "das Spiel braucht 639 kb freien Arbeitsspeicher -- ARGH!"), mußte mehr Zeit investieren... Wenn ich jetzt noch einen halbwegs komfortablen Weg finde, meinem neuen Laptop die Daten von 3,5"-Disketten zu verfüttern, kriege ich doch glatt wieder Lust, ein paar Perlen wieder auszubuddeln, die ich schon seit Jahre nicht mehr gespielt habe...

So, bevor ich jetzt endgültig ins Schwärmen komme, schmeiße ich meine Time Machine wieder an und schieße böse Kommunisten ab.

Crashkurs Metal Genre

Ich wollte ja immer noch weitermachen mit meiner "Metal-Serie", zunächst mal zur Musik. Das ist nach wie vor nur aufgeschoben, nicht aufgehoben. Zum Stichwort "Zwischendurch" paßt aber der folgende Crashkurs:

Zwischendurch

Toolbar vollständig entfernen

(note to myself)

Die Idee der Toolbar an sich ist gut, die meisten Toolbars aber überflüssig. Insbesondere, wenn sich der User nicht erinnern kann, sie installiert zu haben, und sie durch "normale" Deinstallation nicht mehr vollständig vom System bekommt. Im konkreten Fall war es die "Inbox Toolbar", deren letzte Spuren ich schließlich nur durch eine Fernwartung entfernen konnte. Manche Toolbars können noch hartnäckiger sein, andere sind tatsächlich für den Anwender einfach zu entfernen. Hier kam noch das spezielle Problem hinzu, daß "Inbox" ein Allerweltsbegriff für Mail-, Scan- und Faxprogramme ist und die von Windows 7 mitgelieferten Spiele unter "InboxGames" laufen, man sich also auf der Suche nach letzten Spuren zu Tode suchen kann.

Bisher scheinen folgende 4 Schritte zu einer vollständigen Entfernung der Inbox Toolbar geführt zu haben:

Schritt 1 (für jeden möglich):
Unter "Systemsteuerung --> Programme" deinstallieren. Prüfen, ob das Add-on im Firefox mit erschlagen wurde, ggf. manuell entfernen.

Schritt 2 (noch immer unproblematisch):
Die Inbox-Toolbar trägt die Inbox-Website als Startseite im Firefox ein. In den "Einstellungen" von Firefox im "Allgemein"-Tab die Wunsch-Startseite eintragen oder einfach auf "Standard wiederherstellen" klicken.

Schritt 3 (für den fortgeschrittenen Anwender):
Wer gewohnt ist, seine Adresszeile als Suchmaschineneingabe zu betrachten, wird bei entsprechender Verwendung immer noch auf die Inbox-Site geleitet und bekommt deren Suchergebnis angezeigt. "about:config" in der Adresszeile des Firefox, Warnung "Hier endet möglicherweise die Gewährleistung" abnicken, auf "keyword.URL" filtern, Wert (Inbox-Such-Site) ändern (z.B. in "http://www.google.de/search?q="), fertig.

Schritt 4 ("Kids, don't try this at home"):
Inbox hat sich immer noch mit zwei Schlüsseln in der Registry verewigt. Zum einen ist noch das Deinstallationsprogramm eingetragen (was ein Perfektionismusmangel, aber kein Schaden ist), zum anderen gibt es noch einen Schlüssel, der vermutlich dasselbe wie Schritt 3 für den Firefox beschreiben im Internet Explorer verursacht. Aufgrund des Namens ("Inbox") muß man aber sehr vorsichtig beim entfernen der Schlüssel sein -- man kann auch ganz schnell seinen Scanner oder Faxmodem abgeschossen haben... Wer fragen muß, wie er die Registry editieren kann, sollte es schlicht und ergreifend bleiben lassen.

Weihnachtspredigten

Ich mache mal gleich da weiter, wo ich das letzte Mal aufgehört habe. Mein Wunsch ist nicht ganz in Erfüllung gegangen, aber alle Weihnachtspredigten waren im Grunde Variationen des Grundthemas der "Vorweihnachtspredigt", es ging immer um die Größe Gottes, die sich von unseren Vorstellungen von Größe unterscheidet und sich gerade in der Demut zeigt. Der Pfarrer in der Christmette hatte wohl eher die im Blick, die mit der Christmette wahrscheinlich ihren einzigen Gottesdienst im Jahr besucht haben. So ging die Predigt ein wenig an meiner Lebenswirklichkeit vorbei, aber ich bin ja nicht der Maßstab :-) Auf den Punkt ist er nach vielen Vorbereitungen trotzdem gekommen.

Die Predigten am 25. und 26. kreisten um "wahrer Mensch und wahrer Gott", was keinen Kompromiß darstelle, sondern zwei Wahrheiten, die nebeneinander stehen. In beiden Predigten war ich in Gedanken allerdings etwas abgeschweift, da ich gewisse Zweifel an der Quellenangabe "Konzil von Konstantinopel 381" hatte... Der eigentlich damit angesprochene Punkt, daß es sehr lange gedauert hat, bis die Menschen überhaupt einen Weg gefunden hatten, die Menschwerdung Gottes zu denken, wäre durch "Chalkedon 451" aber nur noch deutlicher gewesen. :-)

Freitag, 23. Dezember 2011

Vorweihnachtspredigt

Man merkt, daß der Vorweihnachtsstreß schon voll zugeschlagen hat. Als ich heute zwei Minuten vor Beginn der Messe in die Kirche kam, war ich der erste Gottesdienstteilnehmer ohne liturgischen Dienst (kurz nach Beginn der Messe kam immerhin noch ein weiterer). Das ist nicht nur eher unüblich für hiesige Verhältnisse, sondern auch sehr schade, da die Predigt (ja, Predigt an einem Werktag!) sehr hörenswert und sehr angemessen zwei Tage vor Weihnachten war:

Gott ist nicht so, wie wir ihn uns wünschen und vorstellen. Zacharias habe sich nicht vorstellen können, daß Gott tatsächlich das tut (tun kann), was Er ihm verkündigen ließ. Dabei hatte Gott noch viel Größeres vor, als was Er Zacharias bekannt gab. Was Zacharias gesagt hätte, wenn er die ganze Ungeheuerlichkeit der Menschwerdung mitgeteilt bekommen hätte? Womöglich noch mit dem Ziel der Erlösung -- durch das Kreuz? Da versagt das menschliche Denken. Und die gleiche Ungeheuerlichkeit passiert in der Eucharistie. Der Schöpfer aller Ding, der alles in der Hand hält und ständig erhält -- wir würden spurlos aufhören zu existieren, wenn er seine Hand zurückzöge! (kann mich nicht erinnern, jemals zuvor in irgendeiner Predigt was von creatio continua gehört zu haben, schon gar nicht als Selbstverständlichkeit mal so eben nebenbei in einem Nebensatz) --, Er kommt zu uns unter den unscheinbaren Gestalten von Brot und Wein. Das können wir uns nicht adäquat vorstellen -- und doch ist es so! Gott ist anders als wir Ihn uns vorstellen können, nämlich größer, und die wahre Gottesfurcht besteht darin, gerade auch dann, wenn Gott anders handelt, als wir uns das wünschen oder vorstellen (können), Ihm zu glauben, auf Ihn zu vertrauen.

Ich bin baff und wünsche mir dieselbe Tiefe, denselben Rundumschlag von der Predigt in der Christmette vor 400 statt vor vier Gläubigen :-)

Weihnachtsgabe

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, daß das Finanzamt jetzt sowohl rechtlich als auch rechnerisch fast vollständig auf meine Sicht der Dinge eingeschwenkt ist. Auf den Rest habe ich jetzt verzichtet (ging nur noch um ein paar hundert Euro mehr oder weniger Einkommen). Das hätten wir allerdings auch schon früher haben können. Nämlich auf der Grundlage meiner Steuererklärung. Daher und aufgrund der letzten Kontakte und Rechenfehler habe ich mich für "Inkompetenz" und "Versuch, diese gegenüber Vorgesetzten und Steuerpflichtigem zu vertuschen" entschieden.

Dienstag, 20. Dezember 2011

Fahrgast ärgere Dich nicht

Die Berliner haben ja ein großes Spielzeug. Das nennt sich S-Bahn. Die größte Freude kommt dabei auf, wenn sie mal wieder unvorhergesehen ausfällt. Gerne bei unerwartbar winterlichem Wetter ("das konnte doch keiner ahnen, hieß doch immer: 'globale Erwärmung'!!!") oder bei heimlichen Tschernobyl-Gedenk-Veranstaltungen ("wir probieren mal, ob die Notstromversorgung anläuft").

Da also der Berliner soviel Spaß mit seiner S-Bahn und Mitleid mit all den Nicht-Berlinern, die diese Quelle himmlischer Freuden nicht genießen können, hat, will er jetzt auch den Rest des Landes an dieser, seiner Freude teilhaben lassen. Wie im richtigen Leben ist auch im Spiel "Fahrgast ärgere Dich nicht" Improvisationsvermögen, Streßresistenz sowie die Fähigkeit zur Vertiefung menschlicher Beziehungen von nöten:

Quelle

Oder direkter Download:
Spielplan
Regeln
Störungskarten

Mittwoch, 14. Dezember 2011

Kreuz

Blind can see the sun,
cripples walk alone,
deaf can hear my words,
they believe,

Just believe,
Just believe in me
Look! The signs are near
to perform my task
to perform my way

to perform
the way I walked

The way of the crucifix

Meine Frau hat mich deshalb schon für bekloppt erklärt, also paßt es wohl wunderbar in die Blogözese. Seit dem ersten Advent verstärkt sich in mir das unbändige Gefühl, zu Advendsliedern zu headbangen. Angefangen hat es mit "Macht hoch die Tür", wo mir nur noch die Double Bass Drum fehlte. Bei genauerer Betrachtung und weil es sich bei immer mehr Liedern einstellte, ist mir aufgegangen, daß es an den Harmonien liegen muß. (Im Gegensatz zu Stanislaus werde ich nicht schon seit drei Wochen mit romantischen Dur-Liedern malträtiert, sondern durfte sogar die Melodie von "Oh Haupt voll Blut und Wunden" singen :-).

Und nicht nur an den Harmonien, auch an den Inhalten. Kreuz, Gericht, Wiederkunft, Warten auf das Heil, das sind auch Themen des Metals, wenn auch in meist mehr oder weniger säkularisierter Form. Heute paßte mal wieder alles wie die Faust aufs Auge. Als ob Johannes vom Kreuz allein nicht schon gereicht hätte! (Ich hatte mal überlegt, ob ich die Dunkle Nacht an den Beginn meines im engeren Sinne theologischen Teils meiner Diss stelle.) Ne, es kam auch noch das Evangelium, das Grundlage des Songs meiner "richtigen"[tm] Metal-Initiation war (s.o. und -- fast genau vor einem Jahr). Das war doch mal ein schönes Crossover!

Montag, 12. Dezember 2011

Poff

Einen Moment lang mußte ich dann doch nochmal das Original zur Prüfung konsultieren. Aber nein, sie sind so dicht dran, daß der Metal-Faktor tatsächlich schon von Verdi stammen muß. Zumal die Band sonst nicht annähernd so heavy scheint (zumindest wenn ich dem Zufallsgenerator von YouTube glauben darf, I wouldn't know, da ich seit der musikalischen Neutronenbombe Nightwish einen Riesenbogen um "Female-fronted/Symphonic Metal" gemacht habe).

Dienstag, 6. Dezember 2011

Vergiftete Nikolausgabe

Am Sonntag hatte ich fast noch das Finanzamt als erfreuliche Kleinigkeit genannt. Ein Glück, daß ich es nicht getan habe. Telefonisch war eine gute Lösung angekündigt, mit der ich hätte leben können. In der Theorie ist sie auch akzeptabel. In der Praxis haben Sie sich aber schon wieder verrechnet und zudem einen Posten Ausgaben kommentarlos ganz unter den Tisch fallen lassen. Inkompetenz oder Böswilligkeit?

Kindermund vom Tage

Kind: "Der Nikolaus kommt in jedes Haus. In unser Haus, in das Haus, in den Kindergarten, in die Schule, in den Dom."
Vater: "In den Dom?"
Kind: "Ja, in den Dom."
Vater: "Wohnt denn da jemand?"
Kind: "Na klar!"
Vater: "Wer denn?"
Kind mit entrüsteter Stimme (Marke "Wie blöd bist Du denn, das weiß doch jedes Baby!"): "Na, Gott natürlich!"

Sonntag, 4. Dezember 2011

Rück- und Vorschau

Nunja, bin ich zurück? War ich weg? Keine Ahnung. Zwischenzeitlich war ich tatsächlich weg, denn ich war nicht "drin". Aus dieser Geschichte wurde leider ein zweimonatiges Trauerspiel inkl. Notwendigkeit, auf UMTS auszuweichen... Irgendwie gibt es einfachere Methoden zu sagen: "Wir wollen Sie nicht als Kunden."

Aber das gibt mir eine gute Gelegenheit, mal wieder eine Bestandsaufnahme zu machen. Im Juni hatte ich etwas kryptisch-pathetisch geschrieben, ich sähe meine Zukunft auf den Straßen vor meiner Haustür. Das scheint sich jetzt zu bestätigen. Gerade wenn ich bedenke, wieviel Krampf in den letzten zwei Jahren war (und das praktisch überhaupt nicht durch lokale Verursacher), dann läuft im Augenblick alles wunderbar, geradezu himmlisch: Bisher ohne jeglichen Gegenwind, dafür mit voller Unterstützung durch die "Strukturen" werden zum Jahr des Glaubens drei "Bekloppte" einen Glaubenskurs durchführen (wenn bis dahin nicht schon Himmel und Erde vergangen sein werden). Das Gespräch mit dem Pfarrer lief im wesentlichen: Wir haben da was vor... -- Super! Wollten wir schon lange machen, haben bloß keinen gefunden, der's leisten will und kann. Boff. So macht Neuevangelisierung Spaß! Als ob das nicht schon klasse genug wäre, kommen da Leute auch noch plötzlich mit Ideen um die Ecke, die ich selbst vor fünf Jahren mangels passender Leute wieder verworfen habe. Und viele, viele Kleinigkeiten, die sich zu einem halbwegs harmonischen Gesamtbild sturkturieren.

Im Augenblick stehen also alle Vorsignale auf "Freie Fahrt erwarten" :-)

(Könnte nur bedeuten, daß ich deutlich weniger Zeit und Lust habe, online zu sein.)